Was man schon Neues gefunden hat
- Die seit fast 200 Jahren von der Germanistik behauptete Art der Entstehung der altnorwegischen Thidrekssaga entbehrt jeder Grundlage.
- Ihr uns heute vorliegender Wortlaut ist sehr wahrscheinlich zum großen Teil ein schon früh "in Schriftform geronnener" mündlicher Text aus dem 5./6. Jahrhundert, eine "Geschichtserzählung" nach germanischer Art, für heutige Historiker völlig ungewohnt.
- Man muss in der Thidrekssaga vermutlich 5 – 6 verschiedene Altersschichten unterscheiden, die sich zwischen dem 5. und 13. Jahrhundert jeweils an die älteren Texte "angelagert" haben.
- Die Thidrekssaga ist damit in ihrem Kern ein bisher völlig allein stehendes Quellendokument aus der Zeit der Völkerwanderung und den Jahrhunderten danach: dies ist eine inzwischen durch zahlreiche Argumente gesicherte Hypothese, die nur bisher von den Universitätslehrstühlen noch nicht zur Kenntnis genommen worden ist.
- Der Text enthält zahlreiche versteckte Anspielungen auf wichtige politische Ereignisse zur Zeit der Merowingerkönige und der Karolinger (5.- 8. Jahrhundert), sowie auf nur damals den Germanen bekannte Gebräuche; sie ist damit ein bisher noch unbeachteter "Goldschatz" für die Geschichtsforschung.
- Die erste Schriftfassung der alten "Dietrichsage" wurde vermutlich unter Karl dem Großen erstellt und zugleich (in seinem Interesse) stark umgeformt.
- Es gibt höchst beachtliche, aber bisher noch ungeklärte Zusammenhänge zwischen der Thidrekssaga und alten Städtesagen aus Westfalen und vom Niederrhein.
- Die Niflungen (nicht Nibelungen !!) gab es wirklich: sie lebten nicht bei Worms, sondern im Voreifel-Raum (südwestlich von Köln), und ihre Königssippe zog mit einigen Gefolgsleuten nach Soest in Westfalen und fand dort den Tod (eine Erkenntnis schon von Heinz Ritter, aber inzwischen durch zahlreiche weitere Argumente untermauert).
- Die historischen Niflungen zählten mit großer Wahrscheinlichkeit zur den Vorfahren der Karolinger (der Familie Karls des Großen).
- Das Nibelungenlied konnte eine Fassung der "Dietrichsage" (wahrscheinlich mündlich überliefert) als Quelle nutzen, nicht umgekehrt, wie bisher angenommen, ebenso alle sogenannten mittelhochdeutschen "Heldenepen".
- "Dietrich von Bern", eine Heldenfigur der Völkerwanderungszeit im nördlichen Mitteleuropa, hatte nichts zu tun mit dem historischen Ostgotenkönig Theoderich dem Großen, mit dem er seit Jahrhunderten gleichgesetzt wird; in der Saga wird allerdings "Dietrich von Bern" zum Synonym für mehrere berühmte historische Könige, ähnlich auch andere Figuren der Sage.
- Die Stadt Bonn am Rhein hieß im Frühmittelalter auf Lateinisch "Verona". und auf Westgermanisch/Alt-Niederdeutsch "Bern".
- Der "Hunnenkönig Etzel" des Nibelungenliedes, zu dem angeblich die "Nibelungen" zogen, war in der historischen Realität ein König "Attala" eines wenig bekannten Germanenvolkes "Hunen" in Westfalen.
- Siegfrieds Hornhaut war wahrscheinlich eine schwere Form der "Fischschuppenkrankheit" (Ichthyose), eine erbliche Hautkrankheit.
Wie soll es weiter gehen?